Xemo R/S: PWM-Ausgang nachbilden

Bei manchen Geräten oder Aktoren bietet es sich an, die Bestromung nicht konstant mit 24 V vorzunehmen, um die Verlustleistung zu reduzieren. So können beispielsweise Magnetventile oder Hubmagneten in der Regel über eine pulsweiten modulierte Ansteuerung sicher und mit deutlich niedriger Erwärmung betrieben werden.

Im Normalbetrieb stehen an den Xemo-Steuerungen nur konstant bestromte 24 V-Ausgänge zur Verfügung. Setzt man in einer Xemo-Steuerung jedoch nicht alle vier Schrittmotorendstufen ein, so kann man mit den achszugehörigen freien Bremsausgängen einen oder mehrere PWM-Ausgänge nachbilden.

Für eine nicht benötigte Achse wird der Bremsausgang definiert, auf dem z.B. ein Magnetventil im PWM-Betrieb angeschlossen werden soll. Dann werden die PWM-Frequenz und das Ein-Ausschaltverhältnis sowie die 100%-Einschaltzeit bei Aktivieren des Ausganges gesetzt. In diesem Zusammenhang wird auch die nicht benötigte Verzögerungszeit für die Endstufenbestromung auf 0 gesetzt. Über das Motorstromkommando der nicht benötigten Achse kann dann der Ausgang ein und ausgeschaltet werden.

Im Beispiel soll der Ausgang 7 der Xemo-internen digitalen Ausgänge als PWM-Ausgang mit 100 Hz und 40/60 Tastverhältnis betrieben werden. Für die Ansteuerung wird der Bremsausgang der nicht vorhandene Achse 3 genutzt.

Über drei Unterprogramme lässt sich der Ausgang bedienen. Zu Anfang muss im Rahmen der Systeminitialisierung „init_pwm“ der PWM-Ausgang zugeordnet und die PWM eingestellt werden.

Die anderen beiden Unterprogramme „pwm_on“ und „pwm_off“ schalten das Magnetventil ein bzw. aus. Wer möchte, kann auf die Unterprogramme verzichten, und gleich das entsprechende Bestromungskommando aufrufen. Dadurch verzichtet man jedoch auf eine gute Lesbarkeit des Programms.


So sieht der MotionBasic-Code aus


sub pwm_on	'PWM-Ausgang setzen bzw. Magnetventil ein
    aset(3,_current,100)
end sub

sub pwm_off	'PWM-Ausgang rücksetzen bzw. Magnetventil aus
    aset(3,_current, 0)
end sub

sub init_pwm
    aset(3,_current,0)	'Ausgang inaktiv
    aset(3,_brakeoutp,ioaddr(10.7)) 'Ausgang 7 (STV X18) 
                              als PWM-Ausgang
    set(_bkpwmcycle,10)  '10mSek. Zyklus bzw. 100Hz PWM-Frequenz
    set(_bkpwmduty,40)	'Tastverhältnis 40% aus, 60% ein
    aset(3,_brkdelay1,0)  'kein Delay für Stromaufbau Endstufe „3“	
    aset(3,_brkdelay2,500)	'volle Bestromung über 500mSek.
end sub  

Hinweis

PWM-Zykluszeit und PWM-Tastverhältnis können bei laufender PWM innerhalb der zulässigen Werte verändert werden. Über Veränderungen des Tastverhältnisses kann so beispielsweise ein Heizelement gesteuert oder bei Nutzung eines Thermofühlers und eines Analogeinganges geregelt werden.

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